Menschen tragen eine Erdkugel

Florfliege

Hobbygärtner, die wegen der allseits bekannten Gefahren in ihrem Garten wert darauf legen keine Chemie einzusetzen, fördern schon immer den Bestand an Nützlingen. Da werden heimische Nährgehölze für die Vögel angepflanzt und Nisthilfen angebracht. Den Igeln, die im Garten die Schnecken im Zaum halten, wird ein Reisighaufen oder ein Steinhaufen mit Höhlen angeboten. Für Nützlinge wie Erdkröten, Frösche und Libellen wird ein Gartenteich angelegt und für Wildbienen schafft man Nisthilfen, indem man Löcher in ein Stück Hartholz bohrt.

Viel weniger bekannt ist aber die Florfliege (Flohrfliege), die auch als Goldauge bezeichnet wird. Florfliegen sind grüne, längliche Insekten mit großen, über dem Hinterleib gehaltenen Flügeln. Sie haben goldglänzende Augen und lange Fühler.

Sie ernähren sich von Honigtau und kleinen Insekten. Dabei werden Blattläuse, Milben und Eier von Schmetterlingen bevorzugt. Insbesondere die Florfliegenlarven setzen den Schädlingen während ihrer zweiwöchigen Entwicklungsphase stark zu. Jedes Florfliegenweibchen legt ca. 350 Eier und dies meist an Stellen, wo sich Blattlauskolonien gebildet haben. Jede daraus schlüpfende Larve vertilgt ca. 450 Blattläuse, 500 Schmetterlingseier oder 12.000 Milbeneier. Alle Nachkommen einer Florfliege verzehren insgesamt 157.500 Blattläuse oder gar 4.200.000 Milbeneier, vorausgesetzt, sie werden nicht von ihren eigenen Feinden wieder dezimiert. Damit dürfte die Nützlichkeit der Florfliege außer Zweifel stehen.

Die größte Gefahr für die Larven geht aber vom Menschen aus. Wie bei der Marienkäferlarve ist die Larve der Florfliege nur wenigen bekannt. Also wird sie vorsichtshalber mit Einsatz von Chemie getötet. Die Florfliege selbst überwintert ab September/Oktober in Ritzen von Baumrinden, auf Dachstühlen, in Scheunen und in Wohnungen. Statt sie dann ins Freie zu setzen, nimmt man auch hier die Fliegenklatsche zur Hand. Hinzu kommen weitere Verluste durch die winterliche Kälte, die Wärme in den Wohnungen und durch natürliche Feinde. Die Mortalität erreicht etwa eine Rate von 60 % bis 90 %. Daher kann im Frühjahr keine rasche Populationsentwicklung und keine ausreichende Unterdrückung der Schädlingspopulation von den Florfliegen erwartet werden.

 

Professor Cetin Sengonca und Dipl. Ing. agrar. Bernd Frings von der Universität Bonn haben ein künstliches Überwinterungsquartier für Florfliegen entwickelt, wodurch die Mortalitätsrate auf 5 % bis 8 % reduziert wurde. Dadurch erhöht sich der Florfliegenbestand im Garten erheblich und die Florfliege kann gezielt zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.

Das Überwinterungsquartier wird auch gerne von Marienkäfern angenommen.

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Florfliege

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Winterquartier für Florfliegen

Wir haben mit Genehmigung von Professor Sengonca einen Nachdruck des Infos zum Winterquartier für Florfliegen erstellt. Anforderungen siehe Schriftenverzeichnis Info BUND Lemgo

Informationen zum Bezug von Nützlingen finden Sie unter:

http://www.bund-lemgo.de/pflanzenschutz.html