Menschen tragen eine Erdkugel

Wir suchen alte Apfelsorten

Wir suchen 2 alte Apfelsorten, die von der Namensgebung Bezug zum Lipperland bzw. zu den Lippischen Fürstenhäusern haben.

 

Sorte I - Schöner von Lippe - Belle de Lippe





Abbildung aus: Tijdschrift over Boomteeld, Bloementeelt en Moeshovenierderij aus dem Jahr 1874

Weitere Synonyme: Pomme de Lippe (Leroy), Ornement de la Table (Barron)

Die Sorte ist nach unseren bisherigen Recherchen um 1815 in der belgischen Provinz Limburg in der Ortschaft Sint-Truiden entstanden bzw. aufgefunden worden. Sie war laut der Beschreibung von Lauche (Erster Ergänzungsband zum Illustrierten Handbuch der Obstkunde, Berlin 1883) in der Normandie weit verbreitet.

Wir suchen nach Beständen der Sorte und nach Informationen über die Entstehung und die Namensgebung und bitten um Nachricht.

Ergänzung: Durch Zufall haben wir in der Biographie des Pomologen Diel (1756-1839), die in den Pomologischen Monatsheften des Jahres 1872 veröffentlicht wurde, einen Hinweis gefunden, dass es eine Filiale in Schaumburg gegeben hat. Diel war mit dem damaligen Canzleidirektor Marchand und dem Hofgärtner Schulz sehr eng befreundet. "Marchand und Schulz waren von ihrer fürstlichen Herrschaft beauftragt, Diel nach Kräften zu unterstützen. So wurde ein mehrere Morgen umfassender Englischer Park nur mit Obstsorten bepflanzt. In Schaumburg entstand in wenigen Jahren eine ziemlich große Zahl von Muster- und Sortenbäumen, die - mit Namen und Nummern versehen - in einem sorgfältig geführten Katalog eingetragen waren."

Da viele Fürstenhäuser in Sachen Obstanbau sehr aktiv waren, neue Sorten züchteten und europaweit austauschten, könnte der wahre Ursprung der Sorte "Schöner von Lippe" in Schaumburg liegen.

Weitere Beschreibungen entnehmen Sie bitte

Lauche - Erster Ergänzungsband zum Illustrierten Handbuch der Obstkunde
 

Sorte II - Fürst Lippe - Prince de Lippe

Abbildung aus: Pomologische Monatshefte 1872

Nach Aussage des Pomologen Lauche im Ersten Ergänzungsband zum Illustrierten Handbuch der Obstkunde, Berlin 1883, stammt die Sorte aus der Umgebung von Wien. Er beruft sich dabei vermutlich auf die Angaben von Dr. Eduard Lucas in den pomologischen Monatsheften des Jahres 1872: "Diesen so edlen als schönen Winterapfel erhielt ich von einem Pomologen aus Wien zugesendet, leider finde ich die damals gemachten Notizen nicht mehr. Der Apfel zählt offenbar zu den Taubenäpflen und hat mit einem recht start geröteten großen Edelroten etwas Ähnlichkeit. Genauere Nachrichten über diese vorzügliche Frucht muss ich mir für später vorbehalten, ersuche aber zugleich alle Pomologen, welche Näheres über diesen vortrefflichen Apfel mitteilen können, um gefällige Nachrichten."

Erst eine kleine Notiz in den pomologischen Monatsheften (Deutsche Fachzeitschrift zum Obstbau) aus dem Jahre 1872 brachte uns auf die Spur zum Fürstenhaus Schaumburg-Lippe. Entgegen den bisherigen Angaben in der Literatur stammt der Apfel Fürst Lippe nicht aus der Gegend um Wien. Der Pomologe und Herausgeber der Zeitschrift Lucas hat beschrieben, dass der Apfel aus Veröcze in Slavonien (Königreich Slavonien) stammt "... und derselbe mir von dem Herrn Ingenieur Kreuter aus Wien mitgetheilt wurde. Es ist ein edler Taubenapfel. Er zählt zu den zugespitzten oder auch rundlichen Winteräpfeln mit gestreifter Schale und halboffenem Kelch."

Veröcze trägt heute die Bezeichnung Virovitica und liegt in Kroatien an der kroatisch-ungarischen Grenze, nahe des Flusses Drau.

Die Sorte Prinz Lippe war 1930 noch im Angebot der Berliner Baumschule Späth. 

 

Unsere Recherchen haben ergeben, dass der Fürst Georg Wilhelm zu Schaumburg Lippe um 1840 in Slavonien die Herrschaft Veröcze erworben hat. Es liegt die Vermutung nahe, dass im Bereich der Herrschaft Veröcze die Apfelsorte entstanden ist oder dass man eine namenlose Apfelsorte gefunden und diese nach dem neuen Eigentümer benannt hat.

Zur Tradition des Adels gehörte ehemals die Verbreitung und Förderung des Obstbaus. Dies erklärt, dass die Apfelsorte Fürst Lippe aus Veröcze schon kurze Zeit später in verschiedenen Sortenwerken Europas auftauchte.

Thomas: Guiede Practique de l - Amateur de Fruits, 1876

British Apples. Report of the Committee of the National Apple Congress, held in the Royal Horticultural Gardens, Chiswick, October 5th to 25th, 1883. Compiled ... by Mr. A. F. Barron. / [by] Chiswick; Barron, Archibald Farquharson 1884


Wir suchen nach Beständen der Sorte und nach Informationen über die Entstehung und die Namensgebung und bitten um Nachricht.


Weitere Beschreibungen entnehmen Sie bitte

Th. Engelbrecht - Deutschlands Obstsorten - Fürst Lippe


Weitere gesuchte Obstsorten * Früher Sperberapfel "

* Virginischer Rosenapfel



Beschreibungen und Farbtafeln zu alten Obstsorten finden Sie auf unserer Obstsortendatenbank


http://www.obstsortendatenbank.de/